Prunus amarus

  • Bittermandeln
  • Amygdalae amaree
  • Prunus dulcis

    TCM Temperatur

    warm

  • Geschmack bitter
  • Funktionskreis Lunge, Dickdarm, Herz
  • Kategorie Heilkräuter, Gewürze
  • Familie Rosaceae, Rosengewächse
  • Pflanzenteile Kern
  • Herkunft Der Baum ist in Westasien heimisch, heute jedoch in vielen Ländern kultiviert.

Eigenschaften

leicht toxisch, antitussiv / hustenstillend, sekretolytisch / schleimlösend, expectorierend / auswurffördernd, laxierend / abführend

Inhaltsstoffe

cyanogene Glykoside, Amygdalin, 0,2 bis 8,5 % (12 bis 500 mg Blausäure pro 100 g entsprechend); fettes Öl (nichttrocknend, 38 bis 60%): Hauptfettsäuren Ölsäure (Anteil ca. 77%) und Linolsäure (Anteil 17 bis 20%); Eiweissstoffe (25 bis 35%); Schleimstoffe (3 bis 3%): Arabinogalaktane

TCM Wirkungen

1 Schleim-Kälte auflösen

Diese Heilkräuter sind im Temperaturverhalten warm bis heiss. Ihr Geschmack ist meist scharf und bitter. Sie lösen Schleim und viele von ihnen lindern Husten und Asthma. Sie unterstützen die Verdauung, welche als Ursache von der Schleimbildung aus einer Schwäche heraus betrachtet wird.
Schleim gilt als sekundärer pathogener Faktor, da er erst durch langanhaltende Nässe und Feuchtigkeit entsteht. Schleim wird grundlegend in Kälte- oder Hitze-Schleim unterteilt. Er kombiniert sich gerne mit weiteren pathogenen Faktoren zu Feuchtigkeits-Schleim, Trockenheits-Schleim, innerer oder äusserer Wind-Schleim, Qi-Schleim, oder geht in die toxische Form des Yin Huo/Yin – Feuer über. Auf entsprechende zusätzliche Wirkungen muss bei der Heilkräuterwahl geachtet werden.

Heilkräuter Beispiele:
Acorus calamus, Carduus benedictus, Imperatoria ostruthium, Inula helenium


Klinische Manifestationen:
Sichtbarer Schleim:
Klarer und weisser Schleim bedeutet, dass Kälte vorhanden ist. Gelber oder blutiger, dicker und klebriger Schleim bedeutet, dass Hitze und Stagnation vorhanden sind. Von Schleim zu befreien ist eine Symptombehandlung.
Schleim in der Lunge:
Husten, Keuchen, Kurzatmigkeit, Rippenschmerzen, Asthma, reichliches Sputum
Schleim im Magen:
Übelkeit, Schleimerbrechen, Appetitlosigkeit, aufgeblähter Magen, flacher Husten

Nicht sichtbarer Schleim:
Schleim benebelt den Geist:
Senilität, mentale Störungen, Herzprobleme, Schlaganfall, Koma, Epilepsie
Nässe und Schleim blockieren die Meridiane:
Taubheitsgefühle, Apoplex, Krämpfe
Schleim unter der Haut:
Lymphschwellungen, Fibrome, Lipome, Knotenbildungen unter der Haut, Schwellungen der Nervenganglien, Schwellungen der Schilddrüse, Struma, Skrofula, Karbunkel
Schleim in den Gelenken:
Gelenkdeformationen, Rheuma, Gicht, Arthrose, Arthritis
Schleim in Gallenblase oder Niere:
Steinbildungen, Tumore
Schleim im Gefässsystem:
Ablagerungen im Gefässsystem, Arteriosklerose
Generell:
Gutartige Tumore, bösartige Tumore, Krebs-Prophylaxe
Zunge: schmierig-klebriger Belag, bei Kälte weiss, bei Hitze gelb
Puls: schlüpfrig, drahtig; bei Kälte: langsam; bei Hitze: schnell

Bronchitis, Asthma, Lungenemphysem, Furunkel, Karbunkel, Abszess, Tumore, Krebs

2 Blut tonisieren

Diese Heilkräuter sind im Temperaturverhalten meist kühl bis neutral. Ihr Geschmack ist meist süss, bitter oder sauer.
Durch eine schwache Konstitution oder eine chronische Erkrankung, starken Blutverlust, schlechte Ernährung, Schlafmangel und psychische Dauerbelastung, kann sich ein Leber-Blut Mangel oder ein Herz-Blut Mangel manifestierten.

Heilkräuter Beispiele:
Avena sativa, Paeonia officinalis, Rumex crispus, Urtica urens, Mahonia aquifolium

Klinische Manifestationen:
Leber-Blut Mangel:
schlechte Sicht, verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit, Nachtblindheit, trockene Augen, Mouches volantes, Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit, Vergesslichkeit, Ohrgeräusche, Einschlafstörungen, Schlafwandeln, reden im Schlaf, unruhiger Schlaf, Schlaflosigkeit, Hypertonie infolge aufsteigendem Leber-Yang, wenig genährte spröde Muskeln, Sehnen und Bänder, Knochenhautreizung, Gelenkbeschwerden, knirschende Gelenke, Knorpeldegeneration, Spasmen, Zittern, Taubheitsgefühl, brüchige, spröde, stumpfe und trockene Nägel, Haare und Haut, Hautprobleme, unregelmässige Menstruation mit wenig Blut, Amenorrhö, Dysmenorrhö, Zwischenblutungen, spärlicher und hellroter Menstruationsfluss, unruhiger Fetus, drohender Abort, Anämie, Anorexie, verminderte Milchbildung, mattblasses Gesicht, Lippen und Nägel, trockene Verstopfung, trockene Haut
Zunge: blass, dünn, kleiner Zungenkörper; Belag: trocken, dünn oder wenig
Puls: dünn, rau, ev. drahtig

Herz-Blut Mangel:
Palpitationen, Herzklopfen mit Angstzuständen, Absenzen, Schreckhaftigkeit, Einschlafstörung, viele Träume, Ängstlichkeit, Müdigkeit, Schwindel, mattblasses Gesicht und Lippen
Zunge: blass, dünn, kleiner Zungenkörper; Belag: trocken, dünn oder wenig
Puls: dünn, rau

tonisiert Herz-Blut, Verwirrungszustände, irrationale Ängste, die nicht mit konkreten Tatsachen in Verbindung stehen

TCM Kontraindikationen

Wegen der toxischen Eigenschaft sollte Prunus amarus in prozessierter Form, z.B. spagyrisch, verabreicht werden. Bei Durchfall.

TCM Nebenwirkungen

10 bittere Mandeln sollen für ein Kind, 60 für einen Erwachsenen tödlich sein (vermutlich wird die tödliche Dosis unter ungünstigen Umständen - hoher Cyanidgehalt der Mandeln, intensives Zerkauen - bereits bei niedrigeren Dosen erreicht). Als Antidota werden Injektion von Lösungen von Dikobalt-EDTA oder Thiosulfaten bzw. Applikation von Methämoglobinbildnern, z.B. Amylnitrit, empfohlen. Auslösung von Erbrechen oder Magenspülung sollten parallel gehen. Kreislaufstütze und künstliche Beatmung können erforderlich sein.

Zubereitung

Abkochung / Dekokt
Samen ( sem. )
2 TL, 250 ml Wasser 15 Minuten köcheln lassen. Schluckweise im Laufe des Tages trinken.
spagyrisch
Samen ( sem. )
5-7 Tropfen 3 x tgl. mit wenig Wasser 1- ½ Stunde vor oder nach den Mahlzeiten einnehmen.