warm, kalt
toxisch, spasmolytisch / krampflösend, sedierend / beruhigend, diuretisch / harntreibend, narkotisierend Humorale Qualität: kalt 2-3°, trocken 2°
In den oberirdischen Teilen Tropanalkaloide, vor allem Hyoscyamin, wenig Scopolamin; Gerbstoffe, Cumarine, Flavonoide. Atropin (DL-Hyoscyamin) entsteht zunehmend während der Trocknung und Aufarbeitung. In den Wurzeln neben Hyoscamin Cuskhygrin, keine Flavonoide
Schmerzen mit hohem Fieber, Infekt, Entzündung, Angina tonsillaris, Tonsillitis, Mandelentzündung, Hautentzündung, Enzephalitis, Hirnhautentzündung, Harnwegsentzündung, Zystitis, Blasenentzündung, Gebärmutterentzündung, Colitis, Enteritis, Darmentzündung, Nierenschmerzen, Nervosität, Tic, Epilepsie, Parkinson, Gallenkolik, Magenkrämpfe, Hyperhidrosis, Schwitzen übermässig, Asthma bronchiale
Wegen der toxischen Eigenschaft wird Atropa belladonna nur in prozessierter Form, z.B. spagyrisch, verabreicht.
Bei Einnahme der unverarbeiteten Droge können folgende Nebenwirkungen auftreten: Hautrötung, Mundtrockenheit, tachykarde Arrhythmien, Mydriasis (die 4 Frühsymptome einer Atropinvergiftung), Akkomodationsstörungen, Wärmestau durch Abnahme der Schweisssekretion, Miktionsbeschwerden und Obstipation. Bei hohen Dosen kommt es zu zentraler Erregung (Unruhe, Rededrang, Halluzinationen, Delirien, Tobsuchtsanfällen, gefolgt von Erschöpfung und Schlaf). Bei tödlichen Dosen (für Erwachsene ab 100 mg Atropin, je nach Atropingehalt etwa 5 bis 50 g der Droge, bei Kindern wesentlich weniger) besteht die Gefahr der Atemlähmung. Behandlung von Vergiftungen: Magenentleerung, temperatursenkende Massnahmen mit nassen Tüchern (keine Antipyretika!), bei Atemnot Sauerstoffbeatmung, Intubation, als Antidota Physostigminsalze parenteral, bei Krämpfen Diazepam, bei schwerer Erregung Chlorpromazin.